Die besonderen Empfehlungen dieses Monats - BUCHHANDLUNG 12 2019

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Lieblinge des Monats Dezember.
Alles drin

Wir kochen seit über 30 Jahren, oft vegetarisch, manchmal vegan, wie es uns und unseren Gästen passt. Was Kochbücher angeht, sind wir auch ziemlich gut ausgestattet, es gibt welche, die wir oft nutzen, und andere, besondere, die nur ab und an zum Blättern und Ideen holen auf dem Tisch liegen.

Sophia Hoffmanns „Zero Waste Küche“ gehört zu der ersten Sorte – gerade haben wir es ständig in Gebrauch. Das liegt auch daran, dass die Rezepte machbar sind und keine allzu ungewöhnlichen Zutaten verlangen, außerdem genug Hinweise für Variationen enthalten. Vor allem aber liegt es an den vierzig Lebensmittelportraits, die den Rezepten vorangestellt sind und nicht nur die bekannten Fakten liefern, sondern auch ökologische Hintergründe, Alternativen sowie pfiffige Ergänzungen zur herkömmlichen Verarbeitung. Auch wenn wir relativ fit waren: Hier lernen wir täglich dazu. Hoffmanns erklärt sehr humorvoll und ohne erhobenen Zeigefinger (auch wenn der Titel das fast vermuten lässt …) – außerdem sind allein die Bilder ein Genuss. Absolut empfehlenswert!

Sophia Hoffmann: „Zero Waste Küche“, ZS Verlag, 978-3-8988-3854-2, € 24,99
Reichlich verwickelt

Es ist Heiligabend in Byford, einem weitläufigen Dorf in den West Midlands. George Wheeler, Pfarrer ohne Ambitionen, muss sich nicht nur mit der Mitternachtspredigt befassen, für die er so gar keine Idee hat, er ist sich auch unschlüssig, ob er überhaupt der Richtige für dieses Amt ist. Immerhin glaubt er gar nicht an Gott! Dass der gewalttätige Noch-Ehemann seiner Tochter Joanna an diesem Nachmittag eintrifft, um mit ihr zu reden, macht das Ganze noch komplizierter – am liebsten würde George ihm mit den Fäusten richtig zeigen, was er von ihm hält. Spät am Abend wird besagter Graham Elstow erschlagen aufgefunden, in Joannas Zimmer im Pfarrhaus, im Bett liegend. Die Polizisten Lloyd und Hill ermitteln: Obwohl der Fall so einfach aussieht, kommen sie der Lösung nicht näher, ständig ergeben sich neue Tatsachen und bisher unbekannte Alibis. Und die gesamte Familie Wheeler scheint permanent zu lügen …

Jill McGowns Romane stehen in bester englischer Kriminaltradition, sie braucht den Vergleich mit Agatha Christie nicht zu scheuen. Sie legt ständig neue Fährten, greift in völlig anderen Zusammenhängen auf bekannte Tatsachen zurück, alle ihre Protagonisten haben ziemlich viel Privatleben – wer gerne whodunnits liest, sollte unbedingt loslesen. Am besten direkt an den Weihnachtstagen. Oder wenn es mal heftig schneit.

Jill McGown: „Mord im alten Pfarrhaus. Ein Weihnachtskrimi“, Übersetzung: Barbara Först, Dumont Verlag, 978-3-8321-6509-3, € 10,00

Getrieben

John Cyrus Bellmann war 35 Jahre alt, als er den Zeitungsartikel über die Riesenknochen, die im Westen gefunden worden waren, las. Die Vorstellung von solch großen Tieren faszinierte ihn – sicherlich lebten sie noch! – und so packte er sein Bündel und zog los. Die Frage seiner 10jähren Tochter Bess, wann er wiederkommen würde, blieb nur vage beantwortet, sicher in mehr als einem Jahr. Den ersten Winter überlebte er nur knapp, im Sommer erbat er sich Begleitung durch den Indianerjungen „Alte Frau aus der Ferne“. Bellmann nutzte jede Gelegenheit, Briefe an die Tochter zu schreiben, doch keiner fand den Weg zu ihr. Den zweiten Winter in der Kälte überstand er besser, doch im Herbst des darauffolgenden Jahres kamen die Zweifel: Gab es die Riesentiere wirklich? War er einer Schimäre aufgesessen und hatte seine Tochter ohne gewichtigen Grund der Obhut ihrer Tante überlassen? Ob eine Infektion, die Mangelernährung oder die trüben Gedanken seinem Leben ein Ende setzten, das mochte der Indianerjunge nicht ergründen. Aber er machte sich auf den Weg, zumindest die letzten Briefe zu Bess zu bringen.

Kurze Sätze, ein gradliniger Erzählstil und nur eine Handvoll Personen – und doch erreicht Carys Davies mit ihrem Roman, dass wir Leser*innen geradezu mitfühlen: Mit den Ureinwohnern, die keine Chance haben, dem Land ihrer Vorfahren nahezubleiben. Mit Bellmann, der Unglaubliches auf sich nimmt und die Weite des Westens völlig unterschätzt. Mit Bess, die nahezu auf sich selbst gestellt ist. Das Buch lässt uns Leser*innen lange, sehr lange, nicht los.

Carys Davies: „West“, Übersetzung: Eva Bonné, Luchterhand Verlag, 978-3-6308-7606-1, € 20,00

Berufspraktikant Leonard empfiehlt: Um welchen Preis überleben?

In Paris mit der Liebe des Lebens sesshaft werden, und dann? Das junge Paar Louise und Ludovic möchte mehr erlebt haben, wenigstens einmal. Sie beschließen ein Sabbatjahr zu nehmen, um ihrem stets grauen und gleich erscheinenden Alltag zu entfliehen. Die geplante Traumreise: Mit einem Schiff nur zu zweit die Welt umsegeln. Sie sind schon mehrere Monate unterwegs und haben bereits viel erlebt, als sie dem Reiz des Verbotenen erliegen. Einer naturgeschützten Insel mit einer verlassenen Walfangstation, unberührter bergiger Landschaft und einem einzigartigen Eislabyrinth kann selbst die anfangs skeptische Louise nicht widerstehen – Ludovic sowieso nicht. Sie ankern mit ihrem Schiff Jason vor der Bucht und unternehmen eine Expedition. Ein Unwetter zwingt sie, die Nacht über auf der Insel Schutz zu suchen. Am nächsten Morgen stellen sie ohnmächtig fest, dass ihr Schiff verschwunden ist. Abgeschnitten von der Außenwelt auf einer Insel im Südatlantik, die nur unregelmäßig von Forschungsschiffen angefahren wird, müssen sie nun fernab vom Festland um ihr Überleben kämpfen.

Man erkennt beim Lesen den Hintergrund der Autorin: Isabelle Autissier umsegelte 1991 als erste Frau alleine bei einer Regatta die Welt, doch havarierte sie in den folgenden Jahren zwei Mal im Südpolarmeer. Sie beschreibt in „Herz auf Eis“ den unbarmherzigen Überlebenskampf von Louise und Ludovic auf fesselnde Art und Weise. Die Entwicklung der Ausgangslage ist drastisch und das Ringen um Menschlichkeit, Liebe und Hoffnung ist allgegenwärtig und wird von den Gestrandeten mit beeindruckender Authentizität ausgetragen.

Isabelle Autissier: „Herz auf Eis“, Übersetzung: Kirsten Gleinig, Mareverlag, ISBN: 978-3-86648-256-2, HC 22,00 €, eBook 9,99; Goldmann, TB 10,00 €

Gesammeltes Wissen

Als 1969 die ersten Astronauten auf dem Mond landeten, beindruckte das Menschen auf der ganzen Welt. Einerseits, weil das technische Knowhow und die wissenschaftlichen Fakten, die zum Mondflug nötig waren, tatsächlich für Otto Normalverbraucher nahezu unfassbar sind. Andererseits, weil wir den Mond zu kennen glauben und sich neue Sichtweisen auftaten, die irgendwie in unser eigenes Bild integriert werden mussten.

Die ganze Vielfalt der „Mond-Sichten“ ist in dem Kindersachbuch „Der Mond – Mystische Geheimnisse und wissenschaftliche Fakten“ zusammengestellt. In zehn Kapiteln (von „Vor vielen Monden“ bis „Der Mond der Zukunft“) erzählt uns Hannah Pang, ergänzt durch detaillierte und faszinierende Illustrationen von Thomas Hegbrook, von alten Zeiten, in denen man dachte, der Mond sei vollständig bewaldet, vom Einfluss des Mondes aufs Leben der Tiere, von alten Mythen und unterschiedlichen Namen und von vielen anderen Dingen, die wir auf den ersten Blick gar nicht in Zusammenhang mit dem Mond bringen. Die Kapitel sind klug zusammengestellt, die einzelnen Texte übersichtlich und nicht allzu lang: „Der Mond“ ist toll gemacht für Kinder ab acht Jahren und dabei so vielfältig und interessant, dass auch Erwachsene das Buch gerne in die Hand nehmen und darin lesen – es gibt nämlich immer wieder Neues zu entdecken!

Hannah Pang / Thomas Hegbrook: „Der Mond“, Übersetzung: E. M. Hofmann, Verlag 360 Grad, 978-3-96185-010-5, € 20,00
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