Kinderbuch Lieblinge 2023 - 2022 - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Unsere Kinderbuch-Lieblinge in 2022:
Rose Lagercrantz / Eva Eriksson: Mein glückliches Leben

Dunne zählt keine Schafe, wenn sie nicht einschlafen kann – sie zählt die Momente, in denen sie glücklich war. Als ihr Cousin ihr einen Frosch schenkte und später, als sie drei Schwimmzüge machte ohne zu ertrinken, solche Momente zählt sie. Und weil sie sich so sehr auf die Schule freut, gehört natürlich auch der Kauf des Ranzens dazu. Am Tag, als Dunne das erste Mal in die Schule gehen soll, da ist sie nicht nur aufgeregt, sondern hat auch ein bisschen Angst: Wird die Lehrerin nett sein? Werden die anderen Kinder sie mögen? Wie gut, dass sie Ella Frida kennenlernt und sie in die gleiche Klasse gehen! Doch dann zieht Ella Frida weg. Aber Dunne wäre nicht Dunne, wenn es nicht wieder Glücksmomente gäbe!

Die Dunne-Bücher sind in kurzen Sätzen verfasst und recht großen Buchstaben gedruckt, dazu mit zarten Illustrationen auf jeder Seite – alle sieben sind für Erstleser bestens geeignet. Wobei sie aus viel wichtigerem Grund geeignet sind: Sie sind Balsam für die Seele. Auch wenn man schon in die zweite Klasse geht …

Moritz Verlag, Übersetzung: Angelika Kutsch, 978-3-89565-239-4, € 11,95

Line Baugsto: Wenn wir doch nur Löwen wären, Luftschacht

Malin, die Erzählerin, ist schüchtern. Seit Ebba, ihre Freundin bis zur Vierten, mit der Mädelsclique abhängt, ist sie ziemlich alleine - nur Amina verbringt manchmal Zeit mit ihr. An einem Morgen kommt Leona neu in die Klasse, Schönheit/Biest Jasmin soll sich um sie kümmern. Malin wäre gerne mit Leona befreundet, denn die scheint genauso schüchtern zu sein wie sie selbst. Langsam freunden sie sich an. Bis zu dem Tag, als Leona sich zum Sportunterricht umzieht und Sarah (auch Schönheit/Biest) ihr Geheimnis entdeckt. Bis zu dem Tag, an dem Malin es nicht schafft, Leona beizustehen.

Das ist die Rahmenhandlung, die in authentischem Tonfall erzählt wird. Malin ist ziemlich ehrlich mit sich - und das gibt uns Leser*innen eine gute Gelegenheit, drüber nachzudenken, wie man selbst gehandelt hätte. Die Mädchenclique ist tonangebend und subtiles Mobbing an der Tagesordnung.
Das ist ein wirklich, wirklich tolles Buch, in dem Identifikation, Geschlechtlichkeit, Gruppendynamik sehr klug und nachvollziehbar dargestellt sind. Dabei ist dieser Roman nicht dick und alles andere als moralinsauer – und auch schon für 12jährige geeignet.

Luftschacht Verlag, Übersetzung: Andreas Donat, 978-3-903422-04-9, € 16,00

Anna Maria Praßler: Hinterhoftage

Eigentlich hatte Maya sich zu Weihnachten ein Axolotl gewünscht – aber Mama meinte, ein Kaninchen sei viel besser. So bezog Hannibal Mamas altes Puppenhaus. Und das ist eigentlich ziemlich schön, denn wenn man wegen dieser komischen Krankheit, über die die Erwachsenen ständig reden, dieses Corona, nicht rausdarf, dann kann man mit Hannibal reden. Bis zu dem Tag, an dem Hannibal nach draußen flitzt, weil Odette ihn nicht fest genug hält. Maya sucht überall im Hinterhof. Bald kommt Niko dazu, den Maya aus der Klasse kennt. Und auch wenn die beiden wissen, dass sie ja gerade nichts miteinander machen sollen: Ein Kaninchen, alleine draußen, das ist viel zu gefährlich. Die gemeinsame Suche beginnt …

Anna Maria Praßler gelingt ein Kunststück: Einerseits erzählt sie vom diffusen Beginn der Coronapandemie im März 2020 realistisch und korrekt – andererseits ist das wirklich witzig zu lesen! Denn sie erzählt komplett aus der Sicht der 11jährigen Maya. Maya die geradlinig und cool ist und reichlich Humor hat. Und so bekommt dieses (allesbeherrschende) Thema tatsächlich eine humorvolle Note. Spannend ist das Buch übrigens außerdem.

Klett Kinderbuch, 978-3-954702-56-5, € 15,00
Julia Blesken: Mission Kolomoro oder: Opa in der Plastiktüte

Katja muss kritzeln, irgendwie muss die Energie aus ihr raus. Wenn sie wütend ist, kann das auch mal eine große Rattenkritzelei im Treppenhaus sein. Und wütend ist sie gerade: Ihr Vater hat sie ausgeschimpft, obwohl sie die Schokoküsse gar nicht gegessen hat! Zum Glück warten Zeck und Fridi schon auf dem Platz gegenüber, miteinander die Zeit vertreiben hilft gegen schlechte Laune. Ein paar Minuten später kommt noch Mustafa hinzu und Jennifer, die einen kleinen, verrückt wirkenden Hund bei sich hat. Und eine Plastiktüte – zur Verblüffung der anderen enthält diese eine Dose mit der Asche von Jennifers Opa. Die will Jennifer an diesem Tag nach Kolomoro bringen, den Schrebergarten, den ihr Opa so geliebt hat und in dem die Asche verstreut werden soll. Doch wie kommt man fast ohne Geld – und da helfen auch die 20 Euro von Polina, die noch zu ihnen gestoßen ist, nicht viel – an einen Ort, von dem man nicht weiß, wo er ist?

Julia Blesken fabuliert mit viel Lust und einem Spritzer Fantastik eine Geschichte über sechs sehr unterschiedliche Kinder, die sich erst im Laufe der Mission richtig anfreunden. Das ist nicht selbstverständlich, sie gehen zwar in die gleiche Klasse, aber viel mehr Gemeinsamkeiten gibt es nicht, am Anfang noch nicht mal richtige Zuneigung. Und trotzdem ist das glaubwürdig erzählt. „Mission Kolomoro“ ist ein abenteuerlicher und wirklich spannender Kinderroman, den ich mit großem Vergnügen gelesen habe.

Ab 9 Jahren, Oetinger Verlag, 978-3-7512-0052-3, € 15,00
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