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Unser Newsletter im Mai 2026 - Buchhandlung und Verlag Bornhofen in Gernsheim am Rhein

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Die Eulalia-Post im Mai 2026:
Eulalia-Post 02-05-2026

Liebe Büchermenschen,

nun ist sie da, die erste Hitzewoche dieses Sommers. Falls Sie in der Innenstadt unterwegs sind und sich abkühlen mögen: Die Klimaanlage läuft (Welt-Klima-neutral weil mit Naturstrom) und Sie sind uns, auch nur zum Abkühlen, willkommen.

Wir sind schon ziemlich im „Urlaubsbuch-Fieber“ – die Titel für unseren Buchempfehlungsabend stehen tatsächlich schon fest. So früh waren wir noch nie! Es ist wieder eine wilde Mischung und wir freuen uns schon auf den Abend. Weil der 21. Juni in diesem Jahr ein Sonntag ist, fangen wir schon um 18 Uhr an. Anmeldungen sind noch möglich, gerne telefonisch.

Alle anderen Termine des Rest-Halbjahres finden Sie auf unserer Homepage. Und die Planung fürs zweite Halbjahr läuft, inklusive Terminfindung für die beiden Abendveranstaltungen, die wir aus Krankheitsgründen verschieben mussten …

Immerhin konnten wir ein wenig Zeit in Frankfurter Museen verbringen, wir haben zwei sehr interessante Ausstellungen besucht. Die eine haben Sie wahrscheinlich wahrgenommen (oder sogar schon besucht?) – „Monets Küste“ im Städel ist ja gerade in aller Munde. Wir waren wirklich fasziniert: Natürlich ist Claude Monet der Aufmacher, aber die eigentliche Hauptperson ist das Örtchen Étretat in der Normandie und seine Küstenlinie. Diese Ausstellung bietet viel Hintergrundinformation und dazu beeindruckende Kunstwerke, auch von anderen Maler:innen, die dort aktiv waren. Und ein bisschen ein Lehrstück über Tourismus ist das alles auch. Große Empfehlung!
Ein paar Wochen haben Sie noch Zeit für einen Besuch: LIINK

Außerdem waren wir im Liebieg-Haus, das nur wenige Gehminuten gen Westen am gleichen Mainufer liegt. Dieses Museum ist eingebettet in alten Baumbestand und hat ein etwas ungewöhnliches und besonderes Museumscafé – vor allem aber hat es eine beeindruckende Skulpturensammlung vom alten Ägpyten bis zum Klassizismus. Sie haben keine Präsentationsräume für zusätzliche Ausstellungen, also ergänzen sie meist die regulären Exponate thematisch. Noch bis Oktober stehen Skulpturen von August Gaul aus Hanau verteilt in den Räumlichkeiten, manchmal im Dialog, manchmal im Kontrast zum Bestehenden. August Gaul hat Tiere porträtiert, oft in Bronze, und immer ohne etwas in sie hineinzuinterpretieren. Die Löwen zum Beispiel sind nicht besonders majestätisch dargestellt. Von außen sieht man Übrigens seine Darstellung eines Adler, die Gaul für das Kaiser-Wilhelm-Denkmal anfertigte. Im Entwurf noch erhaben und gebieterisch entschied der Bildhauer sich ohne Absprache doch für eine beschützende Haltung: Als wären die Adler im Anflug auf ihren Horst um die jungen Vögel zu füttern … LINK

(Danke übrigens an Britta Röder, ohne deren Hinweis ich mir diese Ausstellung vielleicht nicht angesehen hätte. Und ich hätte wirklich viel verpasst!)

Hier sind noch zwei unserer Buchempfehlungen Mai. Beide mit Bezug zur Woche der Meinungsfreiheit „Was ist wahr?“ (weitere Bücher zum Thema finden sich übrigens noch bis Ende Mai auf unserem Mitteltisch).

Driss Chraibi: Die Zivilisation, Mutter!
Klein und schmächtig ist sie, und sie weiß genau, was sie will - die Mutter in diesem Roman. Sie wurde mit vierzehn verheiratet und hat sich viel selbst erarbeitet, im wahrsten Sinne des Wortes selbst erarbeitet: Nicht nur das Kohlebecken, mit dem sie kocht, ist von Hand gefertigt! Sie lebt die Traditionen und mit der Erfindung „Strom“ brauchen die beiden Söhne ihr gar nicht kommen. Als die beiden ein Radio installieren, erzählen sie, dass sie einen „Zauberer“ nach Hause eingeladen haben. Und der erzählt nun den ganzen Tag von der großen weiten Welt. Langsam öffnet sich die Tür in ein ganz anderes Leben – sanft und nachhaltig aufgestoßen von den Söhnen …
Der Autor Driss Chraibi nimmt uns mit hinein in eine marokkanische Familie. Wir lesen vom traditionell gelebten Alltag und dem Kulturclash, den schon der Schulbesuch der Söhne verursacht. Und wir erfahren, wie viel Wissen verändern kann, auch wenn man es relativ spät im Leben erlangt. Dabei legt der Autor seinen Schwerpunkt darauf, wie die Mutter (die die Hauptperson ist, auch wenn die beiden Söhne erzählen) sich Stück für Stück ein eigenes Leben aufbaut und dabei auch andere mitreißt. Das alles ist mit köstlichem Humor geschrieben und es bleibt viel Raum für die eigene Fantasie. Dieser Roman aus dem Jahr 1972, der gerade in deutscher Übersetzung erschienen ist, ist eine echte Entdeckung.
Unionsverlag, Übersetzung: Helgard Rost, 978-3-293-71053-5, € 14,00
Anja Reumschüssel: Deepworld
Weil Wilhelm weggezogen war, war der Platz neben Gustav frei geworden. Natürlich hat Frau Cornelius die Neue auf diesen Platz verwiesen. Und nun sitzen er und Ruby nebeneinander und giften sich an. Bis alle eine Präsentation ihres Hobbys machen müssen – und Gustav nicht nur von Ninjutsu erzählt, sondern auch ein kleines Video vom letzten Kampf zeigt. Ruby lädt ihn ein, ihr Mathe zu zeigen, doch eigentlich will sie Kampftechniken von ihm lernen. Und mit ihm gemeinsam ein Videospiel spielen. Der Nachmittag beeindruckt Gustav nachhaltig, er ist darauf aus, möglichst wieder eingeladen zu werden. Es dauert aber eine ganze Weile – und dann geht plötzlich alles ganz schnell …
Ein Videospiel, dass die Grenzen zwischen echtem Leben und Spiel nicht nur verwischt, sondern komplett zerstört, das ist die Grundlage für dieses Jugendbuch. Ob es das so wirklich geben wird, das ist vollkommen nebensächlich, denn die Autorin erzählt äußerst glaubwürdig vom Abtauchen, vom Immer-mehr-wollen, von gefakten Realitäten. Das ist sehr, sehr spannend. Und auch durchaus gruselig, auf einer altersangemessenen und psychologischen Ebene. Natürlich steckt in diesem Roman viel Kritik gegenüber Technik. Aber vor allem ist das eine richtig gute und richtig gut erzählte Geschichte, die gerade nicht erziehen will.
Carlsen Verlag, 978-3-551-55970-8, € 14,00

Was fehlt? Das Gedicht 😊
Annette von Droste-Hülshoff entführt uns ans Wasser:
Der Weiher
Er liegt so still im Morgenlicht,
So friedlich wie ein fromm Gewissen;
Wenn Weste seinen Spiegel küssen,
Des Ufers Blume fühlt es nicht;
Libellen zittern über ihn,
Blaugoldne Stäbchen und Karmin,
Und auf des Sonnenbildes Glanz
Die Wasserspinne führt den Tanz;
Schwertlilienkranz am Ufer steht
Und horcht des Schilfes Schlummerliede;
Ein lindes Säuseln kommt und geht,
Als flüstr' es: Friede! Friede! Friede!

Und dann ist da auch noch der Bilderbuchpfad: Dort ist noch bis Mitte Juni das zweisprachige Bilderbuch „Herr Bär und Frau Hase“ spazierenzusehen. Es geht um Freundschaft und Miteinander, entzückend erzählt und gezeichnet. Wer des Französischen mächtig ist, kann es auch in dieser Sprache lesen/vorlesen. (Die Vorleseaktion am Mittwoch, 27. Mai, war gut besucht und hat allen sehr viel Spaß gemacht. Großen Dank an Birgit Weinmann und Yvelyne Lenk sowie das Familienzentrum der Caritas, die da eine so herrliche Aktion daraus gemacht haben!)

Möge es ein guter Juni für Sie werden. Nicht zu heiß, nicht zu kalt und mit vielen schönen Terminen …

Und: Lesen Sie gut!

Herzlichst Ihre
Lucia Bornhofen

mit dem Team der
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224

Eulalia-Post 01-05-2026

Liebe Büchermenschen,

am Sonntag startete die „Woche der Meinungsfreiheit“, seit einigen Jahren ein fester Termin für den demokratischen Diskurs. Diesmal ist das Thema „Was ist wahr?“ – nicht erst seit Deepfakes ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Wo erhalte ich faktenbasierte Informationen? Wie erkenne ich Desinformation zu Propagandazwecken? Wird eine Sache dadurch „wahrer“, dass ein Teil der Aussage stimmt? (Spoiler: Nein. Im Gegenteil, es ist eine bekannte Strategie zur Desinformation, einen Teil nachprüfbar und richtig darzustellen. Im Regelfall werden aus diesen Tatsachen aber falsche Schlüsse gezogen oder sie werden mit Lügen ergänzt.)

Das ist tatsächlich alles andere als einfach. Nicht nur für Kinder und Jugendliche, auch für Erwachsene. Ein bisschen erstaunt habe ich beim Recherchieren zur Kenntnis genommen, dass es vor allem Kinder- und Jugendsachbücher sind, die sich mit der Unterscheidung, gerade auch hinsichtlich neuer Techniken und sozialer Medien, auseinandersetzen. Im Sachbuch für Erwachsene sind es regelhaft Teilaspekte. Ich werde mich also genauer durch die Titel für junge Menschen lesen …

Im Rahmen der Veranstaltung zur „Woche der Meinungsfreiheit“ am Dienstag in der Paulskirche (mit Christian Berkel, Michel Friedmann und Robert Habeck, moderiert von Katja Gasser) ging es nicht um Detailfragen, sondern übergeordnet ums Thema Wahrheit. Ich war dort, werde mir aber in jedem Fall auch den Mitschnitt anhören, den HR2 am 25. Mai um 18:04 Uhr sendet (Wiederholung am 26. Mai um 16:00 Uhr).

Sehr, sehr wichtig sind im Übrigen auch die Forderungen an die Politik, die im Rahmen der dieser Themenwoche formuliert wurden. Diese Leitsätze des Bibliotheksverbands und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels unterschreibe ich mit großer Überzeugung: LINK
Wir hatten drei Veranstaltungen im Rahmen der „Woche der Meinungsfreiheit“ geplant, leider konnte wegen Krankheit nur eine stattfinden. Für den Info-Abend zur Leseförderung und das Kneipenquizz Grundgesetz wird es Ersatztermine geben.

Dafür war die erste Veranstaltung, also der Besuch im Hessischen Staatsarchiv am 30. April sehr interessant. Frau Dr. Krabbe informierte uns umfassend und durchaus humorvoll über „Fake News der hessischen Geschichte“. Wer sich die Ausstellung noch ansehen möchte, kann das noch bis 19. Juni 2026 während der Öffnungszeiten tun, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Natürlich haben wir bei unseren Buchempfehlungen einen Schwerpunkt passend zur Themenwoche. Hier sind zwei der Buchtipps:

Das Bilderbuch des Monats stammt von Sybille Hein: Fake
„Ein Buch für alle Kinder, die sich nicht veräppeln lassen wollen!!“ – das ist der Untertitel dieses erstaunlichen Bilderbuches. Angegeben ist es ab 6 Jahren, doch einzelne Seiten sind auch schon für jüngere Kinder verständlich, besonders, wenn das abgebildete Thema eh‘ gerade in der Wahrnehmung der Kinder ist. Wenn sich die Eltern zum Beispiel am Mittagstisch über Fake News unterhalten und das Kind fragt, was das denn bitte ist. Da helfen die drei Doppelseiten, mit denen die (geniale) Autorin und Illustratorin Sybille Hein Fake News erklärt, sehr gut weiter! Nicht nur, weil sie wirklich nachvollziehbare Beispiele wählt, sondern auch, weil sie wirklich toll darstellt, dass da immer große Gefühle mit einer gewissen Dramatik aufgerufen werden und wir durch das so entstehende Getöse gar nicht zum Denken kommen.
Und Hein erklärt genauso absolut nachvollziehbar, warum Wahrheit so wichtig ist. Nicht nur bei der Wissenschaft – sondern auch, weil sie uns vor realen Gefahren schützt. Und sie notwendig fürs Vertrauen ist, für das ganz grundlegende Vertrauen in Eltern, Freundschaften, aber auch Busfahrerinnen, Lehrkräfte und andere Menschen, mit denen man zu tun hat.
Eigentlich darf dieses Bilderbuch in keiner (Schul-)Bibliothek fehlen!
Fischer Sauerländer, 978-3-7373-7495-8, € 15,90

Lidia Jorge: Die Stunde der Nelken
Nelkenrevolution? Natürlich hatte Ana Maria Machado schon davon gehört. Sie war schließlich die Tochter von Antonio Machado, Journalist und Zukunftserklärer – der damals dabei war und dessen Wohnung angefüllt ist mit Erinnerungsstücken. Aber damit beschäftigt hatte sie sich nicht, was soll schon so besonders sein daran und so wichtig? Sie war daran gewöhnt, aus aktuellen Kriegen zu berichten, sich so richtig ins Geschehen zu stürzen. Ein Stapel Briefe von damals überzeugt Ana Maria schließlich davon, sich des Themas anzunehmen, aus ihren Recherchen soll ein Beitrag für die CNN entstehen. Sie nimmt Kontakt zu zwei Kommilitonen auf und zu dritt machen sie sich daran, die Revolutionäre von damals zu interviewen. Sind die ganz unterschiedlichen Darstellungen irgendwie in Einklang zu bringen? Und was ist von dieser weltweit einzigen friedlich verlaufenden Revolution übriggeblieben?
Lidia Jorge ist eine großartige Autorin. Sie erzählt, eingebunden in eine kluge Rahmenhandlung, dass es nie nur eine Sicht auf die Dinge gibt, sondern dass jeder seine ganz eigenen Schlussfolgerungen zieht. Dabei setzt sie durch die Wahl ihrer Erzählstimme auch einen Spot auf die Nachgeborenen, die gar nicht wissen, was damals geschah. Und denen das eigentlich auch egal ist. Lidia Jorge gehört der Revolutionsgeneration an – in diesem Buch lotet sie aus, was davon im Portugal von heute noch Gültigkeit hat.
Secession Verlag, Übersetzung: Marianne Gareis, 978-3-96639-143-6, € 32,00
Damit sind wir bei den Terminen. Da stehen in diesem Halbjahr noch einige aus 😊

Am Samstag, 9. Mai ist GratisComicTag! Von 10 bis 13 Uhr sind wir da und haben viele schöne Gratis-Comics bereitliegen, die man sich einfach abholen kann. Und wer mag, kann selbst einen Comicstrip texten …

Am Mittwoch, 3. Juni ist von 15 bis 16.30 Uhr wieder Bilderbuchkino beim Kinderschutzbund. Diesmal habe ich einen kleinen Schwerpunkt auf Gefühlen – wobei ja eigentlich jedes Bilderbuch dieses Thema abbildet. Schöne Bücher sind es auf jeden Fall! Anmeldung bitte beim Kinderschutzbund unter Tel. 833766.

Am Mittwoch, 3. Juni ab 19 Uhr ist der Sachbuch-Slam im Technoseum Mannheim. Falls Sie mögen, machen wir da einen gemeinsamen Ausflug hin?!? Die Fahrt kann ich aus Haftungsgründen wieder nicht organisieren, sehr wohl aber die Eintrittskarten (je 8 €) und nette Gesellschaft. Anmeldung bitte bis 10. Mai, damit wir auch noch Karten bekommen.
https://www.technoseum.de/sachbuch-slam/

Am Montag, 8. Juni ist ab 19 Uhr eine Lesung mit Rüdiger Bertram. Er hat mit „Der Pfad“ ein Jugendbuch geschrieben, das auch für Erwachsene höchst eindrücklich ist. Dazu gibt es Bildmaterial, auch das wird er an diesem Abend präsentieren. Die Lesung ist eine Kooperation mit der Johannes-Gutenberg-Schule, alles Weitere schreib‘ ich in der nächsten Eulalia. Sie können Sich den Termin aber schon mal vormerken.

Am Montag, 15. Juni ist ab 19 Uhr „Gernsheim liest“ in der Stadtwabe. Diesmal sprechen wir über „Pi mal Daumen“ von Alina Bronsky. Ich freu‘ mich auf diesen Abend mit Ihnen und Birgit Weinmann und bitte um Anmeldung.

Und am Sonntag, 21. Juni ist ab 18 Uhr (!) unser Urlaubsbuchabend. Extra früh, damit alle Tatort-Seher*innen rechtzeitig wieder zu Hause sind. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.

Hinweisen möchte ich noch auf den aktuellen Kartenvorverkauf für den Verein Städtepartnerschaften: Alle Infos zu den „Genussmomenten“ finden Sie in der pdf im Anhang.
Wobei sich das ganze Jubiläums-Programm lohnt! LINK

Damit verabschiede ich mich und wünsche schöne Tage, fröhliches Feiern und gelungenes Informieren.

Und: Lesen Sie gut!

Herzlichst Ihre
Lucia Bornhofen

mit dem Team der
Buchhandlung Bornhofen e. K.
Magdalenenstraße 55, 64579 Gernsheim
FON 06258 4242, FAX 06258 51777
HRA Darmstadt 53224

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