unsere Bilderbuch-Lieblinge in 2026:
Daniel Fehr / Thomas Müller: Anleitung für alle
Wie man einen Tag im Bett verbringt. (Mit Tuba, Spielkonsole, Stofftier, Obst, Tee und Bastelmaterial)
Wie man den Kostümwettbewerb gewinnt. (Mit ganz vielen anderen gemeinsam als Drache verkleidet)
Wie man mit dem Vater tanzt. (wild und fröhlich)
Wie man einen schönen Tag verbringt. (Radfahrend, mit Picknickdecke und dem besten Freund)
Wie man einen Tag im Bett verbringt. (Mit Tuba, Spielkonsole, Stofftier, Obst, Tee und Bastelmaterial)
Wie man den Kostümwettbewerb gewinnt. (Mit ganz vielen anderen gemeinsam als Drache verkleidet)
Wie man mit dem Vater tanzt. (wild und fröhlich)
Wie man einen schönen Tag verbringt. (Radfahrend, mit Picknickdecke und dem besten Freund)
Das sind (nur) vier Beispiele für die Ideen des Autors Daniel Fehr. Das Bilderbuch „Anleitung für alles“ liefert noch viele mehr, zu ganz unterschiedlichen Themen. Rundum gelungen wird das Buch mit den Illustrationen von Thomas Müller: bunt und großflächig, ganz oft mit witzigen und hintergründigen Details, sind sie eine herrliche Ergänzung zu Fehrs Sätzen. Kinder müssen das System „Witz“ verstehen, um ihre Freude an diesem Bilderbuch zu haben, vor dem vierten Geburtstag passt das Buch also eher nicht. Aber dann ist die Freude wirklich groß – und sie bleibt es auch im Erwachsenenalter.
Gerstenberg Verlag, 978-3-8369-6366-4, € 16,00
Sybille Hein: Fake
„Ein Buch für alle Kinder, die sich nicht veräppeln lassen
wollen!!“ – das ist der Untertitel dieses erstaunlichen Bilderbuches. Angegeben
ist es ab 6 Jahren, doch einzelne Seiten sind auch schon für jüngere Kinder
verständlich, besonders, wenn das abgebildete Thema eh‘ gerade in der
Wahrnehmung der Kinder ist. Wenn sich die Eltern zum Beispiel am Mittagstisch
über Fake News unterhalten und das Kind fragt, was das denn bitte ist. Da
helfen die drei Doppelseiten, mit denen die (geniale) Autorin und Illustratorin
Sybille Hein Fake News erklärt, sehr gut weiter! Nicht nur, weil sie wirklich
nachvollziehbare Beispiele wählt, sondern auch, weil sie wirklich toll
darstellt, dass da immer große Gefühle mit einer gewissen Dramatik aufgerufen
werden und wir durch das so entstehende Getöse gar nicht zum Denken kommen.
Und Hein erklärt genauso absolut nachvollziehbar, warum Wahrheit so wichtig ist. Nicht nur bei der Wissenschaft – sondern auch, weil sie uns vor realen Gefahren schützt. Und sie notwendig fürs Vertrauen ist, für das ganz grundlegende Vertrauen in Eltern, Freundschaften, aber auch Busfahrerinnen, Lehrkräfte und andere Menschen, mit denen man zu tun hat.
Eigentlich darf dieses Bilderbuch in keiner (Schul-)Bibliothek fehlen!
Fischer Sauerländer, 978-3-7373-7495-8, € 15,90
Ashley Spires: Das grossartigste Team der Welt
Es gibt Tage, an denen die Ideen nur so sprießen. Genau so ein Tag ist es und das Mädchen weiß genau, was sie bauen möchte. Sie nimmt alle Werkzeuge und Materialien mit vors Haus – und da ist doch zum allerersten Mal ein anderes Mädchen, das tatsächlich auch gerade ein Bauwerk plant! Sie beschließen, gemeinsam zu bauen. Aber das ist gar nicht so leicht, wenn die eine gerne einfach drauf los baut, während die andere alles genau aufzeichnen und dann vermessen muss. Statt zusammenzuarbeiten, geraten sie immer wieder aneinander, bis beide gar keine Lust mehr auf ein einziges großes Etwas haben … Doch alleine wird das auch nichts, ihre Werke sehen kein bisschen wie Wow aus, sondern nur nach Hmm und Tja. Vielleicht probieren sie es doch noch einmal miteinander?
Man kann sich das richtig im Alltag vorstellen, zwei Menschen, die eigentlich miteinander wollen, es nicht hinbekommen, und es mit Abstand und besseren Absprachen doch noch einmal probieren. Das Mädchen und ihre Nachbarin zeigen, wie es geht: Das klingt furchtbar erzieherisch, ist aber einfach nur erzählt – und dabei wirklich niedlich gemacht. Sowohl beim Text als auch bei den Bildern der gesamten bisher drei-bändigen Reihe.
Verlag Jacoby & Stuart, Übersetzung: Nicola T. Stuart, 978-3-96428-286-6, € 15,00
Seyyed
Ali Shodjaie / Elahe Taherian: Der große Schneemann
Es ist Winter. Die Kinder freuen sich über
viel Schnee und bauen mit großem Aufwand einen großen, wirklich großen
Schneemann. Am nächsten Morgen ist dieser Schneemann lebendig! Und beginnt,
über das ganze Dorf zu bestimmen. „Ich hab‘ Hunger, bringt mir zu essen! Holt
mir Eis! Fächelt mir Luft zu!“ Die Dorfbewohner machen, was der Schneemann will.
Sie denken gar nicht daran, dass Schneemänner eigentlich nicht sprechen können
und erst recht nicht über alles bestimmen. Als die Sonne den Frühling bringen
möchte, ist es die Interesselosigkeit der Menschen, die sie zum Rückzug bringt –
wenn die sich weiterhin von einem Schneemann terrorisieren lassen wollen,
sollen sie doch! Doch nach einem Jahr hat sie Erbarmen: Sie schickt viel Wärme
und setzt damit dem Schneemann und der Kälte im Ort ein Ende.
Ein Bilderbuch aus dem Iran – das ist der Untertitel dieses zweisprachigen (deutsch und persisch) Buches. Es erzählt eine Geschichte von Despotismus, aber auch Hilfe durch den natürlichen Lauf der Dinge … Weil es aus dem Persischen kommt, ist es in umgekehrter Reihenfolge zu lesen, es beginnt für unsere Lesart hinten. Die Illustrationen sind sehr zurückhaltend, auch, weil das Buch fast ausschließlich im Winter spielt. Es gibt wenige und nur klein gezeichnete Menschen und viel „Drumherum“. Und doch erkennt man auf den Gesichtern die Gefühle von allen. Mitte Februar bis Mitte März wird dieses Bilderbuch auch im Bilderbuchpfad zu sehen sein!
Baobab Books, Übersetzung Nazli Hodaie,
978-3-905804-47-8, € 18,50
Franziska Ludwig: Kennen wir uns? Unsere geheimen
Gemeinsamkeiten
Wimmelbücher gehören in jedes Kinderzimmer! Seit Ende der
60er Jahre gibt es diese besonderen Bilderbücher, die, meist ohne Worte, sehr
detailreich viele verschiedene Geschichten erzählen, allesamt auf einem Bild.
Mit den Wimmelbüchern von Rotraud Susanne Berner haben sie sich grundhaft
weiterentwickelt, denn ihre Wimmelbilderbücher erzählen Geschichten über die
Seiten und sogar die einzelnen Bücher hinweg.
Franziska Ludwigs Wimmelbuch macht, genau wie alle Wimmelbücher, sehr viel Spaß.
Dabei hat es einen „Auftrag“ – es zeigt auf, wie unterschiedlich wir alle sind.
Und gleichzeitig, was wir gemeinsam haben. Jede Seite, manchmal auch
Doppelseite, hat eine andere Überschrift: „Alle, die etwas auf dem Kopf haben –
manche immer, manche öfter, manche manchmal, manche ganz selten“ ist die erste.
Zu sehen sind Dieter mit einem Papphut, Olaf mit Zylinder, Elif mit Wollmütze,
Fenja mit Helm und noch viele andere Personen. „Alle, die Sachen sammeln“
machen das mit ganz unterschiedlichen Dingen: Likes, Trophäen, Infos über
Haare, Müll. Und „alle, die jetzt glücklich sind“, sind das auch mit oder wegen
ganz unterschiedlicher Dinge. Weil die Autorin und Illustratorin das mit sehr
viel Situationskomik und Charme darstellt, kann man egal welche Seite
aufschlagen und hat Grund zur Freude. Miteinander über alles reden kann man
natürlich außerdem … Große Empfehlung für Menschen ab 4 Jahren!
Klett Kinderbuchverlag, 978-3-95470-314-2, € 18,00